Medardus
Eine Gemeinde der
Pfarrei St. Medardus

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Katholische Kirchengemeinde St. Joseph und Medardus - Jockuschstraße 12 - 58511 Lüdenscheid - Tel. 02351 / 66400-0

Hearing 3 in St. Medardus - Ökumene

06. Mai 2008

(18.05.2008 GW) Im dritten Hearing der Gemeinde St. Medardus Lüdenscheid ging der Blick über den Tellerrand: Pfarrer Johannes Broxtermann hatte katholische und insbesondere evangelische Christen zum Thema Ökumene eingeladen und über 40 Menschen folgten seiner Einladung ins Gemeindehaus.

Dieses Mal stand der direkte Dialog mit den evangelischen Mitchristen auf der Tagesordnung. Dem Thema angemessen hatte Johannes Broxtermann Superintenden Klaus Majoress, die Lüdenscheider evangelischen Geistlichen Friedemann Kölling, Holger Reinhardt, Sebastian Schulz und Ramona Winkler-Rudzio sowie verschiedene Vertreter der evangelishen Kirchengemeinden eingeladen. In seiner Eingangsrede bedauerte Pfarrer Broxtermann, dass die Kirchen zurzeit viel zu viel über den Mangel reden, dabei aber die Vorzüge der Gemeinden unter den Scheffel stellen. Um von den Erfahrungen gegenseitig profitieren zu können, schlug er vor, die Diskussionen an den vier Gesprächstischen Schwerpunkten unterzuordnen, die er in 9 Thesen umriss:

1. Die Strukturreform (eine Pfarrei - vier Gemeinden) ist bei uns kein zentrales Thema mehr, sondern eher eine "Arbeitsweise".
2. In der Zuwendung zu den "großen pastoralen Themen" wird immer wieder der Vorrang der "Spiritualität" (Lebendigkeit des Glaubens) betont und gewünscht. Leider bleibt das oft ein "frommer Wunsch". - Wie lässt sich die gesamte Gmeindearbeit von diesem "Vorrang" her beleben?
3. Die Apostel erwarten im Gebet den Gottesgeist (Apg 1) - "einmütig verharren sie im Gebet". Kein Debattierklub, kein Planungsbüro - eine Gebetsgruppe als Kern! - Unser Realität?
4. Eher ein katholisches Problem: der "Kollektiv- und Kirchensinn" der Katholiken hat viel Positives, aber auch einen passiven Zug. Man fühlt sich in der Kirche (mehr oder weniger) gut aufgehoben, aber zu wenig als "lebendiges Glied". Das (z. B. liturgisch-rituell) Vorgegebene begünstigt nicht eine eigene Gebetssprache. "Man geht in die Kirche, man lässt beten." - Da schauen wir dann bewundernd auf die religiöse "Unternehmermentalität" insbesondere der Freikirchen.
5. Die große Herausforderung: den Glaube bezeugen - in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit, in der Stadt. Gemeinde ist nicht Selbstzweck, sondern "missionarischer Ort". In Deutschland wird der Glaube sehr verschämt ins Spiel gebracht - kann man das auch un-verschämt tun? Welche Erfahrung gibt es damit?
6. In den katholischen Pfarreien fehlen weiterhin die religiösen "Fraktionen" und Strömungen. Fast alle sind "main stream". Wie beleben pietistische, evangelikale und andere Strömungen die evangelischen Gemeinden?
7. Das ehrenamtliche Engagement wird immer wichtiger. Neue Dienste entstehen. Gibt es Mitarbeiterschulungen und -betreuung?
8. Die Armut in unserem Land wächst - in vielen Formen. Caritas und Diakonie sind als soziale Großinstitutionen tätig. Wie begegnen die Gemeinden selber den Menschen in Not?
9. Wenn katholische Gemeinden über ihre Situation diskutiern, dann immer sofort über Jugend(arbeit) als besondere Problemzone. - Wie und wo gelingt der Zugang in der evangelischen Kirche zur Jugend?

Nach teilweise sehr engagiert geführten Gesprächen in den vier Zirkeln wurden die Ergebnisse der Diskussionen von den Sprechern zusammengefasst. Auch wenn sich nicht alle Empfehlungen direkt umsetzen lassen, wurde jedoch einhellig empfohlen, die eingefahrenen und bewährten Strukturen auf beiden Seiten zu nutzen. Explizit wurde der Wunsch ausgesprochen, die Kinderbibeltage gemeinsam durchzuführen.
Johannes Broxtermann dankte zum Schluss noch einmal allen Teilnehmern für ihre konstruktive Mitarbeit sowie Frau Greif und Schmalenbach für die musikalische Begleitung des Abends. Ein gemeinsames Gebet schloss den Abend, der von allen Anwesenden als zukunftsweisend angesehen wurde.
Hearing 3 1

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Hearing 3 4

Hearing 3 2