Medardus
Eine Gemeinde der
Pfarrei St. Medardus

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Katholische Kirchengemeinde St. Joseph und Medardus - Jockuschstraße 12 - 58511 Lüdenscheid - Tel. 02351 / 66400-0

Bußgang durch Lüdenscheid

Über 250 Lüdenscheider Christen folgen dem Kreuz

(12.03.2011 GW) Lüdenscheid am 11. März, spätabends. Eine gespenstige Szene: ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht, dahinter vier Männer, ein schwere Kreuz auf ihren Schultern tragend. Über 250 Menschen folgen dem Kreuz, schweigend, eingerahmt von Fackelträgern. Am Schluß ein Rote-Kreuz-Wagen.
Nein, keine verirrte Demonstration, sondern Lüdenscheider Christen haben sich wie jedes Jahr in der Fastenzeit auf ihren Weg von der katholischen Kirche St. Petrus und Paulus über die griechisch-orthodoxe Kirche St. Irini-Nektarios in der Sedanstraße zur evangelischen Christuskirche gemacht.

Die Predigt des evangelischen Diakons Kristian Hamm-Fehl in der katholischen Kirche St. Petrus und Paulus faßte den Sinn des Bußgangs zusammen: den Weg frei zu machen für das Kreuz, gleichzeitig auch eine Predigt an die Lüdenscheider Mitmenschen, denn: "Predige immer, wenn nötig auch mit Worten."
Also predigten die marschierenden Christen wortlos durch Lüdenscheid.

In der zweiten Station wurden die Pilger durch Erzpriester Polyfectos Georgakakis in deutscher Sprache begrüßt. Auch die sich anschließende Liturgie wurde - unterstützt durch Sergios Kuckhoff - erstmals in deutscher Sprache gehalten. Nach einem Dank durch Pastor Hans Ferkinghoff für den freundlichen Empfang in seiner Kirche verabschiedete der Erzpriester die Wanderer mit dem Wunsch, dass die Tradition des Bußganges weiter fortgeführt werde.

Letzte Station war die Christuskirche. Hier predigte der katholische Pastor Patrick Schnell zu einem Schwerpunkt der Milieniumsziele der Vereinten Nationen: Grundschulbildung für alle Kinder der Welt und Gleichstellung der Geschlechter. Er erinnerte an die Ausbeutung der Kinder durch Kinderarbeit, als Kindersoldaten und durch Prostitution. Auch forderte er die Gleichstellung der Frauen ausnahmslos in allen Gruppierungen und Institutionen.

Nach einem gemeinsamen Vater-unser-Gebet gingen die Mitgeher des Bußgangs wieder in ihre Häuser zurück - mit der Zusicherung, sich auch nächstes Jahr wieder einzufinden, um ein sichtbares Zeichen ihres Glaubens in Lüdenscheid zu setzen.