Medardus
Eine Gemeinde der
Pfarrei St. Medardus

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Katholische Kirchengemeinde St. Joseph und Medardus - Jockuschstraße 12 - 58511 Lüdenscheid - Tel. 02351 / 66400-0

Neujahrsempfang der
Pfarrei St. Joseph und Medardus

Gedanken von Pfarrer Johannes Broxtermann

Katholiken reden derzeit viel vom Mangel - durchaus nicht grundlos. Ein witziger Zeitgenosse hat das so ausgedrückt: Wo zwei oder drei in Kirchens Namen versammelt sind, da ist ein Problem mitten unter ihnen. Oder mehr. Und dann machen wir Pläne. Verständlich, aber mit dem Vorbehalt: Willst du Gott zum Lachen bringen, erzähl ihm deine Pläne!

Der dänische Philosoph Kierkegaard hat vor rund 150 Jahren in einer sehr verbürgerlichten Christenheit Klartext geredet - er sagte: Angst vor der Zukunft ist heidnisch! Er dachte an die Worte Jesu in der Bergpredigt: "Sorget euch nicht um den morgigen Tag, denn das tun die Heiden". Ich frage mich manchmal, ob Gottvertrauen überhaupt noch bei uns in die Betrachtung der Zukunft einfließt, oder ob die Kirche sich selber nur noch so betrachtet wie ein Unternehmensberater (McKinseyierung der Kirche!). Aber auch die Betriebswirte fragen immer nach den "Ressourcen", den Potentialen, den Stärken, die noch da sind.
Was ist denn die Ressource einer Gemeinde, wenn nicht die Zuversicht, die Hoffnung, das Gottvertrauen! Planerisch sind wir oft wie die Heiden! Jesus - und mit ihm Kierkegaard - lehnt sicherlich nicht die Zukunftsorientierung und das Planen ab. Aber er spricht nicht für die Angst! Er betont etwas anderes: den heutigen Tag. Das Heute. Im Heute leben - mit Geistesgegenwart. Heute wirklich leben mit Gott, heute wirklich Schritte tun in seinem Geist. In seine Zukunft hinein. Wieder - sinngemäß - die Bergpredigt: Trachtet zuerst nach Gottes Reich, nach seiner Gerechtigkeit - trachtet zuerst danach, Gottes Gegenwart zu feiern - das andere ergibt sich dann fast von selbst!"

Ich will das Gottvertrauen und das notwendige Planen nicht gegeneinander ausspielen. Vielleicht kann man es so in einem Bild sagen: Das vom Schwimmer - dessen Bewegungen eine neue Qualität und Kraft bekommen, wenn er der Tragkraft des Wassers vertraut. Wir sind dann oft wie die Schwimmschüler, die sich auf diese Tragkraft noch nicht richtig verlassen. Und dann machen wir jämmerliche Verrenkungen, um uns über Wasser zu halten, und strampeln uns ab - immer mit der Frage: Wie lange schaffe ich das noch?

Ich schließe mit einem Text zum Nachdenken, vielleicht auch zum Schmunzeln:
"Reichlich unsachliche und sogar naive Gedanken angesichts von Kirchensteuerrückgang, Glaubens- und Kirchenkrise"
Wann hat es das jemals gegeben, dass wir so arm dran waren? Das muss bei der Speisung der 5000 gewesen sein. Leider waren wir und die anderen Finanzexperten nicht dabei, weil wir eine wichtige Haushaltsberatung hatten. Somit fehlt uns womöglich diese atemberaubende Erfahrung, dass fünf Brote und zwei Fische ausreichen.
Das Wunder steht in der Bibel. Das Gegenteil steht uns im Gesicht. Uns rauchen die Köpfe. Aber uns brennt nicht das Herz.
Trotzdem kalkuliere ich die volle Fülle von mindestens 12 Körben übrig ein. So jedenfalls die biblische Glanzbilanz. Glaube kann auch Schuldenberge versetzen. Gewinnt neue Zuversicht auf der Habenseite des trotzköpfigen Glaubens. Nehmt alles an - auch das Unangenehme und das "Gebt ihr ihnen zu essen", wie Jesus jetzt wohl sagen würde. Was so viel heißt wie: Teilt Euren Mangel verschwenderisch aus. Greift in die leeren Taschen und findet heraus, worauf es jetzt ankommt. Hingabe heißt unsere Aufgabe. Und das hat nichts mit Aufgeben zu tun. Es ist der realistische Glaube an das Wunder, das Wunderbare. Und damit sollten wir rechnen."